01.02.20

Es bringt einfach nichts, ich weiß nicht weiter. Habe mich die freien Tage zu Hause versteckt, als könnte ich irgendwo in der Stadt Anton über den Weg laufen. Und in der Wohnung hatte ich Angst, dass mich Nadja anrufen könnte, und ich es ihr sagen müsste. Sie würde sofort wissen, dass was mit mir ist. Daniel genauso. Gleichzeitig wünschte ich mir, dass sie anrufen, oder die Zwillinge –am besten alle zusammen. Ich wollte schon hinfahren, weil dann wäre ich immerhin nicht zu Hause, und jetzt sitze ich da, mit leergefuttertem Kühlschrank und einem Berg dreckiger Wäsche. An einem Samstag, und morgen Nachmittag habe ich Schicht, also muss ich mich heute wenigstens um das eine kümmern. Ausgerechnet. Ich bin da ungern am Wochenende, aber morgen haben die halt zu.
So elend habe ich mich lange nicht gefühlt, und es ist alles meine eigene Schuld. Ich möchte das alles nicht mehr! Egal, was ich auch mache, am Ende tue ich denen weh, die mir am wichtigsten im Leben sind, und dann verlieren ich sie. Ich hab mir gewünscht, dieses Gefühl von 89 noch einmal zu erleben, zu provozieren, aber es stellte sich einfach nicht ein, weder in Bad Kissingen, noch irgendwann danach. Es muss wohl doch an der Zeit um uns herum gelegen haben. Mir ist das Leben durch die Finger geronnen, wie Sand oder Wasser, geblieben ist ein Loch.
Krank fühle ich mich. Nicht körperlich, geistig eigentlich auch nicht, aber unter allem schwebt ein allgemeines Unwohlsein. Es scheint nicht nur mir so zu gehen, sonst hätte die WHO ja keine internationale Gesundheitsnotlage ausgerufen. Jetzt nicht gerade meinetwegen, sondern eher wegen des Coronavirus 2019-nCoV, aber nur weil man Viren nicht mit bloßem Auge sehen kann, sind sie dennoch da. Nur sich dessen ständig bewusst zu sein, ist alles andere als angenehm. Eine verunglückte Partnersuche. Sucht das gekrönte Virus vielleicht nur nach der Königin an seiner Seite, dem zu ihm passenden Antikörper? Und hinterlässt hinter sich eine Schneise der Verwüstung? So komme ich mir selber vor, auf der Suche nach einer Frau an meiner Seite, und unterwegs gerät alles aus den Fugen.
Alle trennen sich gerade von mir, oder ist es andersherum, und ich habe mich von allen losgesagt? So wie das Vereinigte Königreich, das seit heute offiziell nicht mehr zu Europa gehört. Hat da auf der Insel eigentlich mal jemand auf eine aktuelle Landkarte geguckt? Das Silvesterlied aus Harry & Sally haben sie im Parlament gesungen – war das nicht eigentlich schottisch? Ganz schön frech, weil die wollten doch bei uns bleiben.
Also wenn Trennung sowieso das Gebot der Stunde ist, dann kann ich auch meine dreckige Wäsche waschen gehen.

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