08.04.20

Ein Tocotronic Lied zur Pandemie. Fühlt sich aber nicht aufgesetzt an, sondern macht mir tatsächlich … nein, nicht gerade „Hoffnung“, aber etwas verbindendes? Ich weiß nicht, wie ich es sonst beschreiben sollte. Aber das Video macht mich fertig, all die leeren Plätze auf der ganzen Welt. So fühlt sich auch Aachen an, auf dem Weg zur Arbeit.

Schwester Tina hat erzählt, dass es letztes Wochenende am Elisenbrunnen eine schöne Aktion im Rahmen der „Leave no one behind“ Sache gab. Wer wollte konnte seine Fussbadrücke mit Kreide auf die Pflastersteine malen.

Gestern ist ein Artikel von einem schweizer Mediziner erschienen, der mich so erschüttert wie beruhigt. Ein glasklarer Rundumschlag, der uns im „Westen“ unser Versagen links und rechts um die Ohren haut. Medizin, Politik und Ideologie gehören getrennt, schreibt er, auf allen Ebenen. Ich fühle mich wieder gerade gerückt, aber die Panik in der Magengegend bleibt hartnäckig dort sitzen. Denn es ändert nichts daran, dass man einer der nächsten sein kann, die es trotz allem eben doch erwischt.
Er hat mich auch überzeugt, dass die Zahlenfixierung wenig bringt, wenn die Dunkelziffer deutlich höher liegt, im Verhältnis 14/86. Auch mein Fokus auf Intensivpatienten führt (mich) in die Irre, wenn die auf Normalstation nicht ebenfalls erfasst werden, und und und. Ich muss mehr aushalten, und wenn ich mich noch so sehr an irgendeiner Zahl festhalten möchte.

Oh, der Podcast kommt jetzt nicht mehr täglich. Osterpause. Als würde das Virus Urlaub machen! Die nächste Folge erst nach den Feiertagen, wo’s nix zu feiern gibt, und danach nur noch jeden zweiten Tag. Immerhin ist es jetzt wohl gesichert, dass es Aerosole sind, und nicht Oberflächen, wie sich das Virus verbreitet. Damit fällt mir ein Stein vom Herzen.

Der Klick ist zuverlässig. Immer.
Nehm ich halt den.
Im Sitzen.
Sitzen ist zwar das neue Rauchen.
Aber hier sitz ich gut.
Aussitzen.
Sitzen bleiben.
Versetzt werden.
Einen sitzen haben.
Sitz! Platz!
Besitz ergreifen.
Besetzt.

© Jens Prausnitz 2023

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