„Die sind doch nur instrumental, und nichts Ganzes.“
„Aber da Johann schreibt doch Texte, nehma doch die“, schlug Lukas vor.
Daniel zuckte mit den Schultern. Warum eigentlich nicht?“
Darauf war ich nicht vorbereitet. „Äh, Moment – darf ich da vielleicht auch noch ein Wörtchen mitreden?“
„Nur wenn’s dazu passt.“ Daniel grinste. „Ich hab in den Videos schon genug zu quatschen. Das weitere müsst ihr schon übernehmen.“
„Oaverstandn.“
„Heh, und ich?“
„Du schaffst des scho“, ermutigte mich Lukas. „Versuch mas halt.“ „Und wie sollen wir das zusammen kriegen?“
„Du schickst mir an Text, und i sing des dann dazua. Daniel kunst du uns de Aufnahmen zuschicken, nur de wos spuist, ohne des Gerede?“
„Kein Problem, die habe ich sowieso für den Schnitt.“ „Und das Schlagzeug?“
„Des hod doch Midi, dei E-Kit?“
„Schon, aber …“
„Echt?“, fragte Daniel. „Das ist ja prima – schick das mir, dann mach ich einen Track draus, den ich Lukas schick.“
„Dann ham ma scho a Demo!“
„Wie jetzt?“ Ich hatte den Faden verloren.
„Mei, der Kanal hat vier Videos, und des is genau a Demo-Tape.“ „So viel Texte bringe ich nie und nimmer zusammen“, beschwerte
ich mich.
„Johann, du musst nicht der nächste Neil Peart sein. Es genügt einen einzigen guten Songtext zu schreiben, wie Geddy mit ‚Different Strings‘“, sagte Daniel. „Das hast du doch selber mal gesagt? Dass das einer deiner Lieblingstexte ist?“
„Ja, schon“, sagte ich und versuchte vergeblich den Kloß im Hals herunter zu schlucken.
„Ja ebn!“, pflichtete Lukas bei, und damit war es besiegelt.
„Eine Sache, die uns Talmüller mal gesagt hat, ist mir bis heute im Kopf geblieben“, begann Daniel. „Das war nachdem ich mich mal wieder lautstark über den Unterrichtsstoff beschwert habe, den wir doch nie im Leben bei irgendwas brauchen würden. Und er meinte, um den Stoff ginge es ja gar nicht, weil in der Schule lernst du zu lernen.“
„Das hat er gesagt?“, fragte ich verwundert.