Schwarzmalerei

Ein Telefonat kann Dinge in Bewegung bringen. Fragen sie Richard Nixon oder unsere Kanzlerin. Dazu muss es nicht mal abgehört werden, und auch der Inhalt selbst muss nicht publik gemacht werden. Manchmal birgt die Tatsache, dass es ein Telefonat gab, schon für sich genommen genug „Sprengstoff“ – und ich habe diese Woche mit Lisa Giehl vom FFF telefoniert. Und wenn es etwas bewirkt hat, dann dass ich nicht mehr so schwarz sehe, wie zuvor, es darf also „Pain’t it Black“ gesungen werden, allerdings auf „Deutsch“:


Karel Gott dreht durch…

Gut, ich gebe zu, das klingt eher nach „The Pain is Back“ als nach dem Original der Rolling Stones, aber Hauptsache ist, dass die Steine wieder ins Rollen geraten sind. Aber der Reihe nach. In den Kommentaren auf out-takes.de hat sich Lisa Giehl zu Wort gemeldet und angeboten mit ihr Kontakt auf zu nehmen (meine Antworten darauf entnehme man ebenfalls dem verlinkten Artikel – hier nur der wesentliche Teil):

Lieber Jens Prausnitz,

ich kann mich nicht erinnern, dass Du oder die Kollegen von der Filmschaft sich bei mir gemeldet haben. Mit mir kann man jederzeit sprechen und gerade für Nachwuchsautoren habe ich immer ein offenes Ohr. (…) Also, wie gesagt, ich kann Dir nur anbieten, dass Du Dich gerne mit mir in Verbindung setzen kannst. (…)

Beste Grüße,

Lisa Giehl

Sollte ich zu schwarz gesehen haben? Oder waren meine Produzenten zu unerfahren, und haben sich von dem „bisschen Gegenwind“ ins Bockshorn jagen lassen? Es wäre möglich, und nach dem Telefonat am letzten Mittwoch, dem 4.12. bin ich dazu geneigt diese Haltung einzunehmen. Das spricht zunächst mal für die freundliche Kollegin, und noch mehr für das Inhaltliche, das wiederzugeben ich zu unterlassen versprochen habe.

Was ich hingegen tun kann ist, zu schildern, zu welchen Schlußfolgerungen ich gekommen bin. Ist der BR komplett unzugänglich, und für mich verbranntes Territorium? Natürlich gibt es dort auch schwarze Schafe, und einem scheine ich dabei auf die Hufe getreten zu sein, aber deswegen kann es in der Herde trotzdem Ausnahmen geben, die eine andere Meinung vertreten, und bei denen mein Projekt auf offenere Ohren trifft. Es gibt mehr Redaktionen, als diese eine, und wenn sich Debüt und Spielfilm nicht dafür erwärmen kann, warum damit nicht woanders hin gehen? Inzwischen ist das Projekt ohnehin so weit entwickelt, dass man schwerlich noch von einem Debüt sprechen kann, es hat die ersten Feuertaufen dramaturgischer Bearbeitung bereits hinter sich. Wie ich hier schon mal ausgeführt habe, steckt gut und gerne auch eine Miniserie in dem Stoff, dokumentarisches Begleitmaterial für eine Webseite, sowie Experimente in den Sozialen Medien. Dafür habe ich hier auf dem Blog ja ausführlich geworben. Gelesen haben es nur die Falschen, und daher ist es nun an der Zeit, mal den Richtigen davon zu erzählen. Warum sollte es beim BR nicht auch Kollegen geben, die wie Herr Jörg Schneider beim ZDF ein offenes Ohr für einen haben? Nach solchen Partnern werde ich jetzt suchen, und werde nicht locker lassen. Schon gar nicht jetzt, da sich jemand auf meine Seite gestellt, und mir neue Wege aufgezeigt hat. Vielen Dank, liebe Lisa!

Denn jetzt kann ich der Schwarzmalerei Lebewohl sagen, und mich dem Verfassen von Anschreiben widmen – das passt doch schon wieder eher zu einem Autoren. Und keine Sorge: Ich werde vor Freude nicht zu Singen anfangen :)

2 Gedanken zu „Schwarzmalerei

  1. Hallo Jens,

    schön zu lesen, dass für deine Story nun doch nicht aller Tage Abend ist und du wieder neue Hoffnung schöpfst. Ob sie am Ende auch berechtigt ist, wird sich noch herausstellen, aber du hast eine Erfahrung gemacht, die jeder Drehbuchautor überall auf der Welt macht: Um deine Geschichten realisieren zu können, braucht du die „richtigen“ Leute, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort – außer du selbst verfügst über das notwendige Kapital. Den größten Fehler, den du als Autor machen kannst, ist, sich von den falschen Leuten und den ständigen Nein-Sagern sagen zu lassen, dass deine Geschichten nichts taugen. Es liegt aber auch an dir (und/oder deinem Agenten sofern du einen hast), die richtigen Leute zu suchen und nicht aufzugeben, solltest du sie nicht gleich finden.

    Also, such weiter und berichte von Zeit zur Zeit über den Stand der Dinge.

    • Danke dir, Lukas – würde ich aufgeben und die Sache hin schmeißen, dann würde ich dem System recht geben, an dem ich doch nicht alleine zweifle. Ich bin jetzt ja in einer besseren Situation als letztes Jahr, wo ich tatsächlich nah dran war zu glauben, dass ich mich vielleicht irre, was den Stoff angeht. Dann raufen sich urplötzlich Produzenten regelrecht um den Stoff, ich lerne bis dato aus der Ferne geschätzte Kollegen und Kolleginnen kennen, die von dem Buch begeistert sind, dann wird es in der Überarbeitung noch besser, übertrifft meine eigenen Erwartungen, ich gewinne damit einen Agenten (den ich bis dahin nicht hatte) und neue Freunde – und die lassen mich jetzt nicht im Regen stehen. Dieses Ende ist nur eine Kreuzung, bis ins Kino oder den Bildschirm bleibt noch ein weiter weg. Die ersten Schritte sind aber bereits getan, und ich werde mich von unterwegs melden :)

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