Trilogien

Der Herr der Ringe, Star Wars, Millennium, der Pate… um nur ein paar Beispiele für erfolgreiche Trilogien zu nennen. Manche waren sogar derart erfolgreich, dass noch weitere Fortsetzungen her mußten. Gemeinsam ist jenen, die nicht von vornherein als solche angelegt waren, dass sie selten das Niveau des ersten Filmes halten konnten. Aber es ist für die Produzenten nahezu der sicherste Weg um einen vergleichbaren Erfolg zu wiederholen.

Trilogiebewertung
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Inzwischen ist es schon so lange üblich jede Idee zu Trilogien aufzublasen, dass man als Filmemacher anfängt von vornherein diese Option im Hinterkopf mit zu denken. So habe ich es auch gehalten, ohne schon zu wissen, wo eine dreiteilige Reise hingehen könnte.

Auch Generation 89 ist als eine Trilogie angelegt, und gleichzeitig der Titel dieser Serie. Das war nicht von Anfang an so, aber im Laufe des Schreibens kamen einige Szenen zusammen, die zwar zur Geschichte der Figuren gehören, aber nichts in einem Film zum Jahr 1989 verloren haben. Bei Szenen, die 1990 spielen, sollte das jedem einleuchten. In solchen Momenten ist es gut und hilfreich, wenn man diesen Trilogie-Topf hat, in den man derlei Bilder und Szenen auslagern kann. Selbst dann, wenn nie eine Trilogie daraus wird. Oder auch nur ein zweiter Film. Das Bild eines Topfes wähle ich deshalb, weil man darin Dinge lange köcheln lassen, aber alles genauso gut irgendwann im Mülleimer landen kann.

So wird in der Trilogie die Geschichte von Daniel weiter geführt, bis zur Deutschen Einheit und darüber hinaus in seinen Zivildienst im benachbarten Passau – was mir die Vilshofener hoffentlich verzeihen werden. Übergeordnet haben die drei Filme mit dem ‚Erwachsen werden‘ seiner Hauptfigur zu tun, aber nicht im Sinne eines „coming of age“-Films, wie der erste Film sondern jeder der drei Filme bekommt sein eigenes Genre. Das beginnt mit der enttäuschten bzw. zerstörten Liebe und der juristischen Volljährigkeit 1989, wie bisher beschrieben. Der zweite Film setzt sich 1990/92 mit der erster Welterfahrung, Selbstständigkeit und Orientierung, der Emanzipation Daniels auseinander. Das kann gar nichts anderes als in der Form einer Komödie passieren. Abschließend gipfelt die Trilogie in dem Versuch 1996 Einfluss auf die Welt zu nehmen, und damit zu scheitern. Ein Politthriller, wenn man so will, aber nicht Partei-Polititsch. Und auch kein Thriller.

Was dem ersten Film bislang gefehlt hat, war ein Titel, und mit der dritten Drehbuchfassung habe ich ihm nun endlich einen Arbeitstitel hinzugefügt. Lange habe ich darüber gegrübelt, und der Merkzettel mit möglichen Titeln wird trotz einer Festlegung auf ihn nicht wirklich kürzer. Aber als (vorläufiger) Gewinner ging heute EINHEIMISCH’N daraus hervor. Wobei es auch EINHEIM-MISSION geschrieben werden könnte, wenn man das MISSION englisch ausspricht. Noch steht alles zur Diskussion, und eine gesunde Flexibilität hat noch keinem Autoren geschadet.

Ich freue mich außerordentlich darüber, dass der BR jetzt die Möglichkeit hat, direkt an den beiden ihnen vorliegenden Fassungen zu vergleichen, wie weit ich in Änderungen an meiner eigenen Arbeit gehe. Von falscher Sentimentalität keine Spur. Mein besonderer Dank gilt jenen Testlesern, die sich vor zweieinhalb Jahren durch die sehr holprige, unausgegorene Vorgängerversion gekämpft haben. Ihrem Feedback verdanke ich, dass gute 70% des Drehbuchs komplett neu geschrieben oder stark überarbeitet wurden. Eine ähnlich fruchtbare Zusammenarbeit würde ich mir auch mit dem BR wünschen, aber noch vor deren Meinung kommt immer jene meiner Testleser, die mich nicht schonen, kein Blatt vor den Mund nehmen, und mein vollstes Vertrauen genießen. Ihnen habe ich die dritte Drehbuchfassung schon geschickt, der BR bekommt es dann heute kurz nach Mitternacht, pünktlich zum 1. August.

Gut ist sie geworden, etwas länger als die Zweite, womit schon ein erster Verbesserungs-Punkt für die vierte Fassung benannt wäre – um 20 Seiten kürzen. Denn wie ich schon mal hier geschrieben habe: Nach der Drehbuchfassung ist vor der Drehbuchfassung. Die ersten Zettel für die vierte Fassung sind geschrieben, und auch der Trilogie-Topf will weiter gefüttert werden – wobei da der Deckel mittlerweile nicht mehr richtig drauf passt. Es wäre wohl an der Zeit, mal die erste Fassung des zweiten Films eingehender zu betrachten. Also wieder Zeit für Karteikarten. Ich freu mich schon drauf.

Dann habe ich ja was zu tun, während der BR über die Sommerferien das Drehbuch liest. Zum Herbst und Schulanfang werde ich dann nachfragen, wie es um eine öffentliche Antwort bestellt ist. Meine Testleser melden sich ja vorher von ganz alleine wieder…

Quelle: http://www.laboiteverte.fr/le-graphique-qui-note-les-trilogies/ (Artikelbild)

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