Neues vom Sommermärchen ’89

14 Tage sind vergangen, seit der Pitch an den BR und die Produzentenwelt online ist. Was hat sich seitdem getan? Wer hat geantwortet? Wie fiel die Stellungnahme seitens des BR, seiner Redakteure und Redaktionen aus?

Bislang so wie erwartet. Leider.

Wenn sich daran etwas ändern soll, brauchen wir Ihre Mithilfe.

Gerade in Zeiten von (angeblichen) Urheberrechtsdebatten, in denen die Urheber selbst keine Rolle spielen, sondern nur ihre Rechte abzutreten haben, brauchen wir einen offenen, öffentlichen Dialog. Oder wir werden nur weiter auf eine Quote und „Zielgruppen“ reduziert. Dabei haben wir individuelle Stimmen, Interessen, Vorlieben, und für die muss gerade das öffentlich rechtliche Fernsehen ein Ohr haben.

Hier nun meine Stimme in Form eines offenen Briefes zum herunterladen bzw. hier zum jetzt gleich Lesen:

Offener Brief an den Stadtrat und die Stadt Vilshofen

Lieber Stadtrat, liebe MitbürgerInnen!

Knapp 2 Monate nach der Projektvorstellung in der Stadtratssitzung vom 17.04.2012 möchte ich die Gelegenheit nutzen, Ihnen von den jüngsten Entwicklung in der Sache “Generation 89” zu berichten:

Ich habe mich nach der Sitzung daran gemacht ein Video mit dem sogenannten “Pitch” (Filmsprache für Projektvorstellung) für den Bayerischen Rundfunk vorzubereiten, den ich seit nunmehr 14 Tagen im Rahmen eines persönlichen Schreibens dort an Redakteure und Redaktionen schicke. Darüber hinaus habe ich Produktionsfirmen angeschrieben und den Link dazu in sozialen Netzwerken eingestellt.

Um es kurz zu machen – die Reaktionen darauf waren identisch (mit Ausnahme einer einzigen, automatisch generierten “out-of-office”-Meldung – immerhin): ____________ Anders ausgedrückt: es gab keine. Pustekuchen. Nichts. Mit Ausnahme der sozialen Netzwerke, wo man das Gleiche von Kollegen hört, die einem Glück wünschen und mir ihre Zusammenarbeit anbieten.

Was das Fernsehen nicht selbst in Auftrag gegeben hat, existiert für die Sender erst gar nicht. Nicht das Publikum bestimmt, was es sehen will, sondern der Sender, was und wen das Publikum anzusehen, oder in jeder zweiten Produktion in den Hauptrollen zu ertragen hat. Von außen kommt man nicht in dieses geschlossene System hinein. Wer dort niemanden kennt, keine Beziehungen hat, ist chancenlos, sei das Projekt auch noch so gut vorbereitet und recherchiert. Im Extremfall endet dass dann wie beim NDR, und die zuständige Redakteurin vergibt die Aufträge unter Pseudonym gleich an sich selbst.

Ich gebe zu, ich habe mich dieses Mal ebenfalls nicht an die Regeln gehalten. Normalerweise darf man nämlich nur ein “Exposé” einreichen, also nicht mehr als zwei Seiten Text, und das im 21. Jahrhundert, wo wir ganz andere Möglichkeiten haben Projekte vorzustellen, wie ich demonstriert habe. Genau das habe ich aber vor drei Jahren getan, mit dem identischen Ergebnis. Wie lange “beschäftigen” sich denn diese Redaktionen dann mit einem Projekt? 10 Minuten? Gut, nicht jede “I hob da a Idä fia an Fuim…” muss ernst genommen werden, aber wie viele Projekte vom Vorbereitungsstand der “Generation 89” bekommt der BR im Monat auf den Tisch? Oder muss man eine Filmhochschule besucht haben? Kann nicht sein, denn viele meiner Kollegen werden trotzdem nicht angehört. Oder ich als Praktiker mit über 10 Jahren Berufserfahrung, der davon lebt, einen Preis aus Cannes an der Wand hängen hat und in Werbeproduktionen mit Millionenbudgets für internationale Konzerne arbeitet soll nicht hinreichend qualifiziert sein? Ja wer denn dann um Himmels Willen?

Der Unterschied heute ist, dass ich nun die Stadt Vilshofen im Namen ihrer Schirmherrschaft über das Projekt “Generation 89” bitte, mein Gesuch an die öffentliche(!) TV Anstalt Bayerischer Rundfunk dahingehend zu unterstützen, dort nachzufragen, warum man nicht einmal eine höfliche Antwort auf seine Anfrage bekommt. Jeder Zuschauer bekommt von der PR-Abteilung (wenn auch eine standardisierte Vorlagen-) Antwort, aber als Filmemacher darf man anscheinend nicht einmal so viel Aufmerksamkeit erwarten.

Ich bitte um nicht mehr und nicht weniger als eine öffentliche Antwort bzw. kündige hiermit an, jede Antwort zu veröffentlichen, um sichtbar zu machen, dass etwas an den Strukturen für die Filmemacher in diesem Land nicht stimmt, oder dass ich mich irre und dem gar nicht so ist. Ich glaube das Publikum hat ein Recht das zu erfahren, handelt es sich doch hierbei um jenes Programm, dass angeblich für sie hergestellt, und Dank ihrer Gebühren überhaupt produziert werden kann.

Also bitte fragen sie im Namen unseres Films bei der PR-Abteilung des BR an, warum man dort von dieser Geschichte, die auf historischen Ereignissen in Vilshofen von weltgeschichtlicher Relevanz beruht, nichts wissen will.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Adressen für ihre E-Mails:

zuschauerredaktion@br-online.de

– Die zuständige BR-Fernsehdirektorin
Bettina.Reitz@brnet.de (allerdings weiß ich nicht, ob diese Adresse stimmt, sie folgt nur der Konvention beim Sender, aber ein „CC“ kann nicht schaden)

– Ivo Marusczyk, der für uns zuständige Redakteur für die Stadt und Landkreis Passau, sowie Landkreis Freyung-Grafenau: br.passau@br.de

Entweder wir sind das Fernsehen, oder wir gucken nur in die Röhre!

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