Ergänzungen zur Passauer Woche vom 11.04.2012

Für alle die durch den heute in der Passauer Woche auf Seite 10 erschienenen Artikel auf mich bzw. dieses Filmprojekt aufmerksam geworden sind, möchte ich hier näher auf ein paar Aspekte eingehen, die dort nur angerissen werden, und vielleicht einer Erläuterung benötigen.

Passauer Woche vom 11.04.2012 - Titelseite

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Nein, ich bin kein gebürtiger Vilshofener. Ein Fremder, ein Zuagroaster zu sein ist mein Lebensthema, ob das in Vilshofen war, später in Hildesheim wo ich Kulturwissenschaften studiert habe (und mir ein „süddeutscher Akzent“ attestiert wurde), oder jetzt in Polen als Deutscher. Was uns zu Fremden macht, was Heimat bedeutet, was man Zuhause nennt, wo man bei sich selbst angekommen ist – das interessiert mich, davon will ich erzählen. Vielleicht fühlte ich mich deswegen zu diesem Thema der DDR-Flüchtlinge so hingezogen, denn für die Dauer des Lagers wurde die Fremdheit überwunden, man konnte einen Hauch Wiedervereinigung spüren, wie sie hätte sein können, ehe sie zur Widervereinigung (sic!) wurde, und im Gerede um den Solidaritätszuschlag und ähnlichem in Vergessenheit geriet. Eben an jenen Geist will ich erinnern, wenn im Jahr 2014 zu 25 Jahren Mauerfall wieder Rückblicke im Fernsehen gesendet werden, in denen unser Beitrag zur Geschichte übersprungen wird.

Den Film kann man sich als eine Mischung aus „Wer früher stirbt, ist länger tot“ und „Goodbye Lenin!“ vorstellen, auch wenn es ihm nicht gerecht wird – einen ersten Eindruck gewinnt man so. Ersterer brauchte auch keine Stars um in ganz Deutschland erfolgreich zu sein, und es darf Bayrisch gesprochen werden. Mit dem Zweiten hat er annähernd das Thema gemeinsam, aber in unserem Film bleibt die Mauer stehen, und es wird doch von der Wiedervereinigung erzählt.

Stars gab es damals keine in Vilshofen, also warum sollten wir uns jetzt welche für den Film aufschwatzen lassen? Schon zu meiner Zeit in Vilshofen gab es dort hervorragende Laienschauspieler in diversen Theatergruppen, und es gibt keinen Grund warum man diese nicht mit (noch unbekannten) Profidarstellern vermischen sollte, wie es beispielsweise Edgar Reitz Anfang der 80er Jahre erfolgreich mit seiner Serie HEIMAT vorgemacht hat. Das versteht jeder Vilshofener sofort, aber wie ich leider erfahren mußte, nicht jeder Produzent. Da ich aber von der Richtigkeit dieser Herangehensweise überzeugt bin, muss ich den Film absichern – und was läge näher als die Vilshofener selbst quasi als Mitproduzenten ins Boot zu holen? Schließlich ist es ihre Geschichte die hier erzählt wird.

Symbolhaft erwähne ich in diesem Zusammenhang stets gerne die alte Donaubrücke von 1989. Für jemanden von außerhalb spielt das vielleicht keine Rolle, für mich, für uns hingegen schon. Der Bergerparkplatz mag noch nahezu genauso wie damals aussehen, andere Drehorte tun es nicht, wie die Brücke oder Teile des Gymnasiums, wo ebenfalls einige Szenen des Films spielen. Je mehr Rückhalt der Film in der Bevölkerung, also beim Publikum hat, um so leichter wird es mir fallen, ihn gegen verfälschende Verschlimmbesserungen von Redakteuren zu verteidigen. Veronica Ferres in allen Ehren – in diesem Film hat sie nichts verloren.

Und wenn der Film schon an den Originalschauplätzen spielt, wieso sollten die Vilshofener dann nicht dabei zusehen oder mitmachen? Mit dem Gymnasium habe ich mich bereits diesbezüglich in Verbindung gesetzt, ebenso mit dem Bezirksjugendring und weitere werden bestimmt folgen. Nichts anderes hat Peter Jackson in Neuseeland beim Herrn der Ringe getan, und daraus gingen die Weta-Studios hervor. Eine Nummer kleiner können wir das auch. Wenn in dem PaWo-Artikel von Ausbildung die Rede ist, meint das nicht nur mich, sondern auch Menschen, mit denen ich seit Jahren erfolgreich zusammen arbeite, wie beispielsweise das Team von Rising Hope und viele andere mehr. Das Filmemachen lernt man am Besten, indem man es selber macht, und nichts bietet sich dafür besser an, als Werbung, womit man so ein kleines Studio auch gut sich selbst tragend finanzieren kann. Das habe ich dabei im Sinn, wenn von „Ausbildung“ die Rede ist. Die Filmproduktion ist ansonsten so, wie bei jedem anderen Film auch, nur eben dass das Marketing schon früher einsetzt, wie diese Webseite zum Beispiel, und auch in dieser Hinsicht war Peter Jackson eine Inspiration.

So eine Firma kann wachsen, ein neuer Industriezweig kann hier wachsen. Augenzwinkernd gehe ich darauf mit dem Vilshofener Manifest ein, aber je länger sich dieses Projekt hinzieht, um so mehr neue Ideen haben sich angestaut, und werden ebenfalls zu Papier gebracht, wie die mögliche Fortsetzung von Generation 89, oder die WOJPATINGA-Serie – es gibt viel zu erzählen.

Höchste Zeit damit zu beginnen.

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